::: mika vember
(english info work in progress] Mika Vember läuft einem auf »Now Or Now« mit knallgelben Gummistiefeln entgegen. Auch Musikalisch kontrastiert Vember die eher introvertierten Künstlerinnen Luzia und Jagsch. Und doch trügt der Schein und es ist nicht quietsch-gelb farbenfroh und somit weniger dissonant, was die Wiener Englisch- und Publizistikstudentin hier komponiert hat. Im Kern ist auch dieses Album als angepisst, angenervt und brüchig zu verstehen. Entgegen ihrer Labelmates lässt sie die Antwort offen, ob diese Eindrücke ihr Album und ihr Leben bestimmen sollen oder sie diese eher konterkarriert. Teilweise rumplige aber immer klug eingesetzte polkaähnliche Beats zeigen die Uneindeutigkeiten auf, spielen sich schwindelig, so dass sich darin der Fixpunkt verliert und grandiose Arrangements immer wieder Möglichkeiten zu unvorhersehbaren Kehrtwendungen eröffnen – eine „logische Grammatik [die] immer wieder neu und einen Tick anders einsetzt.“ (Rainer Krispel)

||album "now or now" out now! ask your favorite record dealer!||
Da werden unangenehme Fragen gestellt, es wird in ganz persönliche seelische sowie gesellschaftliche Abgründe geblickt und sich schlussendlich von Fesseln aus Erziehung und Rollenzuschreibungen eines kleinen Mädchens in„Dancing Queen“ befreit - »You better learn how to please.« Durch diese Nebel und Schattenschwaden streift als roter Faden die Suche nach Schönheit. Sie findet sich bruchstückhaft an unterschiedlichsten Stellen, an denen man sie am wenigsten vermutet („Beauty in unexpected places“). Dazu gehört auch die verliebte Schwerelosigkeit, die einem in der Unterwasserwelt von „Sub Aqua“ umgibt und den Atem raubt – begleitet von Piano und Gitarre. In „Lovers“ offenbart sich dann zwar eine vordergründige Coolness: »I´m a lover of women but tonight I´m going home with two boys«. Doch im Verlauf zeichnet den Song ein dramatisches Angstszenario aus, es kippt den ganzen Song in sein Negativ - »Motherfuckers!«.
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