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    :: press clara luzia clara luzia

    i n t e r v i e w s   &   s t o r y s:

    on3 Radio-Interview (on3 Radio, 31.10.2008)
    on3 Online-Feature (on3 Online, 31.10.2008)
    In wien sind die leute immer extrem grantig (Der Standard, 01.08.2008)
    Siegerin mit Hut und Spirit
    Amadeus Awards: Clara Luzia überzeugen FM4-Hörer mit"Heimwerker-Pop" (apa, 19.04.2008)
    "Amadeus interessiert nur wenige" (Die Presse, 18.04.2008)
    This is something in between (Der Standard, 03/2008)
    Check das! Neue Bands (Intro 02/2008)
    Hearattack! (Neuroticker, 01. December 2007))
    Biographie Clara Luzia (laut.de, November 2007)
    Griasseich die Madln! Zwei mal zwölf Punkte für Austria (jetzt.de, 25. October 2007))
    Analoger Saft (Falter 34/07, 23.August 2007)
    Rock-Damen in Rot-Weiß-Rot (Wiener Zeitung, 18. August 2007)
    Anders als glücklich (Datum, 21. July 2007)
    fernkurs belegt (intro online, 29. May 2007)
    das bier holt mich raus (falter 20/07, 16. May 2007)
    clara luzia (lamda nachrichten 11/2006)
    goodby perfection, hello affection! (tintifax 03/2006)
    mit G`fühl (pride, 06/2006)
    clara luzia - frau mit gitarre, sehr spannend (augustin nr. 181, 05/2006)
    emotionstransporterin (anschlaege, 04/2006)
    wer hat angst vor nick drake? (wienweb report, 02/2006)


    l i v e r e v i e w s:
    Heartattack! (Neuroticker #14, 12/2007)
    wolken in schach gehalten (kleine zeitung, 19.08.2007)
    cd release-party (soundcafé, 22.04.2007)
    ein abend mit clara luzia (omaha records, 12.02.2007)
    Sophie Zelmani war in Wien (wirtschaftsblatt, 03/2006)
    Schwedische Melancholie in Wien (chilli 03/2006)

    T V :

    Amadeus Awards 2008: Junge Künstler vor!

    r e v i e w s "the long memory" (2007, CD) clara luzia, the long memory, CD, folk, singer songwriter

    spex (09/2008)

    the long memory/railroad tracks: Erinnert sich noch jemand an Eddie Brickell? Ende der Achtziger hatte sie einen Hit, »>What I Am«, für den Film »Geboren am 4. Juli« nahm sie Dylans »A Hard Rain’s A-Gonna Fall« neu auf. Sicher deshalb und aufgrund der folkig-granteligen Kargheit ihrer Musik galt sie zwei Sommer lang als die neue und weibliche Version Bob Dylans. Dabei waren ihre Lieder eigentlich recht warmherzig und ihre Stimme zwar kantig aber wahrl ich von mehr Wohlklang als die des Herrn D. Später dann in den Neunzigern wurden ihre Lieder seicht, da hörten auch die Vergleiche auf.

        Zeit für einen neuen: Clara Luzia ist die neue Eddie Brickell. Die zartrauchige Stimme, die ausufernden Melodien, die tirilierenden Gitarrenzupfer, Clara Luzia führt uns zurück ins Jahr 1988, in dem Brickells »Shooting Rubberbands At The Stars« erschien. Ihre zweieinhalb bislang erschienenen Alben strahlen Wärme und Zurückhaltung aus, leben von einer sommerlichen Melancholie, die die Niedertracht der Welt auf die leichte Schulter nimmt. Clara Luzia singt von bösen Menschen und verflossenen Liebhaberinnen, von Trennung und Verlust – mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

        Aber: Clara Luzia, was ist das überhaupt für ein Name? Man denkt doch eher an die Tochter eines Kreativen-Pärchens in Prenzlauer Berg, als an eine ernstzunehmende Musikerin. Clara Luzia aber ist knappe Dreißig und kommt aus Wien. Und wie es so oft ist mit den Helden der lebhaften Österreichischen Singer/Songwriter-Szene: Die Grenze ins Nachbarland scheint unüberwindbar. Sie hat es im zweiten Anlauf doch geschafft, wir lernen hierzulande ihre Lieder nun sozusagen falsch herum kennen. Ihr zweites Album »The Long Memory« erschien im vergangenen Jahr bei Unterm Durchschnitt (bzw. auf deren Tochterlabel Ansinella Records, Anm. d. Red.), ihr erstes »Railroad Tracks« dieser Tage ebendort. Zwischendurch gab es das Minialbum »The String And Then Some«, die Dame ist umtriebig.

        Warum eigentlich Unterm Durchschnitt? Auf den meisten dort veröffentlichten Platten brezelt es ganz gehörig, Katzenstreik und Captain Planet machen Punk, Syn Error und Iskra Indierock. Wie passen die meist sanften Töne von Clara Luzia da nun hinein? Vielleicht ist es ihr punkiger Humor? Ihre wenig anbiedernde Art, Lieder zu Komponieren? Oder solche gegen Heteronormativität und anderen Blödsinn gesungene Zeilen: »Look what a lucky gal I am / the only thing I have to fight / is homophobia / and racism, and sexism // Look what a lucky gal I am / today I take a day off / kiss the woman I love / and watch the sun above.«

        Man sollte ihre Alben in der eigentlichen Reihenfolge kennenlernen. Wer sich erst in das ruhige »Railroad Tracks« verhört, lässt sich von den vergleichsweise großen Gesten von »The Long Memory« umso einfacher mitreißen. Im Jahr 2006 erschien »Railroad Tracks« in Österreich, welch passendes Wortspiel. Auf der Hülle liegt sie zwischen den Gleisen, den »Tracks« – ihre Lieder, eben auch »Tracks« erzählen vom Verarbeiten und vom Wandel. Ihr Körper sei ein Tagebuch, singt sie, Erinnerungen wie Tätowierungen: »It might not show it right away, but it remembers every day.« Die Instrumente klingen noch behutsam, eine Gitarre, ein sachtes Cello, auch mal ein Akkordeon, ein Glockenspiel. Fünfzehn große Kiesel feinsten Folk-Pop sammelt Clara Luzia zwischen den Schienen auf. Auf »The Long Goodbye« legen die Musiker eine Schippe drauf, überladen klingt es nie. Die Stücke sind vielseitiger instrumentiert, oft wird im Chor gesungen. Die Lieder sind näher dran am klassischen Poplied, zelebrieren schwelgerische Refrains, die auf dem ersten Album noch beiläufig klangen.

        Der Wandel ist den beiden Platten auch anzusehen. Ziert das erste noch eine Bleistiftzeichnung, sind beim zweiten pastellene Farben zwischen die behänden Striche geflossen. Doch sie strahlen das gleiche aus, Clara Luzia sitzt und wartet, eine Zigarette zwischen den Fingern, einmal zwischen den Gleisen, einmal am Hafen. Und so wie Eddie Brickell Gummibänder in Richtung der Sterne schnipste wartet wohl auch Clara Luzia vergeblich auf ihr Reisegefährt. Heute kommt kein Zug mehr, kein Schiff, keine Mondrakete. Ist aber auch egal. Jan Kühnemund

    trust fanzine (08/2008)

    asinella heißt ein österreichisches label, das sich der pflege des gediegenen songwritings mit unterschwelliger riot-attitüde verschreiben hat. unterm durchschnitt hat sich als schwesterlabel angeboten und bringt asinella nun via broken silence nach deutschland. "the long memory" erschein bereits ende letzten jahres und ist eine ganz bezaubernde kollektion ausgewfuchst arrangierter songs, die mit leichtigkeit die reizvolle stimme der jungen songwriterin tragen, mal mit kinderchor, mal eher anrührend introspektiv, ber jederzeit ohne larmoyanz. stone

    glitterhouse(03/2008)
    Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle ist das bereits im letzten Jahr erschienenene Album jetzt erst auf unserer Agenda. (Ich kann jetzt alles erklären Melanie!). Tatsächlich wurde das Album Opfer schierer Begeisterung, die mich das Muster herumreichen liess, während meine Rezensionsdatei wg. PC-Panne ungespeichert den Abflug machte. Das Muster derweil natürlich nie zu mir zurück kam!?! Mittlerweile hat sich jedoch sowieso eine kleine Erfolgsgeschichte entwickelt – ohne mein zutun – hm! Klar, der Stimme kann man nicht wiederstehen, den Songs schon gar nicht. Ich meine, damals schon geschrieben zu haben, das Morning Light – Song 3 - einer jener ist, für die man die Augenbrauen hebt, der Bewegungsmotorik nachgibt, ihn dann sofort vormerkt für Mixtapes, Autofahren und Leute mit Fachwissen beeindrucken wollen können..., uptempo, die Stimme und ein Banjo in flottem Dialog, treibende Rhythmussektion und ein eifernder Chor, allein mit Morning Light schiebt sich Clara samt Band vorbei, an unzähligen (auch guten) folkwurzelnden, Popereignissen mit Frauenstimme. Dann sind da Balladen wie Harvest Moon oder Port Of New Orleans, letzteres mit folgerichtiger Akkordeonuntermalung. Sowieso wird reich und vielseitig mit Instrumenten umgegangen. Dennoch bleibt das Album auf dem Teppich, das im Kern 5-köpfige Clara Luzia Kollektiv (Band und Chefin nennen sich jeweils so) ist sich zu Recht der Wirkung der hervorragenden Songs bewusst und begeht nicht den Fehler die mit zuviel Verzierungen zu übertünchen. Selbst die ruhigeren Songs, wirken hell und nie zu schwer, auch wenn das Thema nachdenklich ist. Die Band ist ganz fleissig mit Touren beschäftigt, wird heftig nachgefragt, das frischeste, was an Songwriter/Folkpop zu kaufen ist, und das, wo derzeit richtig viel gute Konkurrenz am Start ist. ICC

    wahrschauer (12/2007)
    Eine durchweg überzeugende und wirklich tief berührende Scheibe kommt von der Songwriterin CLARA LUZIA, die mit einer klaren Stimme singt und Gitarre sowie ab und zu auch Glockenspiel spielt. Ansonsten trauchen verschiedenste Instrumente wie Bass, Streicher, Klavier, Akkordeon, Trompete, Schlagzeug und Melodika auf, die allesamt unaufdringlich und songorientiert agieren. Clara schüttelt Melodien aus dem Ärmel, die vor Schönheit nur so glänzen. Demnach fällt es mir schwer, meine Lieblingsnummern von den insgesamt zwölf Songs zu benennen. "Port Of New Orleans" jedenfalls sorgte bei mir gleich für Gänsehaut und auch "Narrow MArgin" und "Electric Light" muss ich immer wieder und wieder hören. Melancholie, Trauer und unerfüllte Wünsche gehn Hand in Hand mit einer Leichtigkeit, die mich einfach wegbläst. Einer der besten Platten, die ich in diesem jahr zu Hören bekommen habe Paul

    trust (12/2007)
    Die Frau ist Wienerin und macht Popmusik. Damit ist weder viel gewonnen noch verloren, aber trotz des behutsamen Gesangs und den schön arrangierten Songs will der Funke nicht recht überspringen. Tara Jane O´Neal macht ähnliche Musik, nur hat sie viel mehr Präsenz sowohl in der Stimme als auch in der Instrumentierung. So versickert der Björk-inspirierte vom weiten Meer träumende Silberling und bleibt nicht hängen. alva

    visions (11/2007)
    Viele Bands wären ja schon froh, wenn sie zumindest eine geteilte Liebe zum Bier einte. Bei Clara Luzia und ihren Leute aber ist da sogar noch mehr: Zigaretten zum Beispiel. Ja, und Musik natürlich auch. Clara Luzia, Teil einer kleinen, aber gut verlinkten Wiener Songwriter-Szene, die ihr auf "The Long Memory" den Rücken freihält, ist gerade beim zweiten Album angekommen und scheint kaum noch Berührungsängste zu kennen. Sie stellt Protest- neben Sauflieder, macht keine große Unterscheidung zwischen Politik und Persönlichem und singt das Ganze mit einer liebevoll untrainierten Stimme, bei der die furchtbarsten Hiobsbotschaften gleich nur noch halb so schlimm klingen. Für "The Long Memory" ist das Stärke und Schwäche zugleich: Das unbekümmerte "Harvest Moon" klingt dadurch besonders verschmitzt, das ausufernde, mit Banjo, Klavier, Handclaps und Kinderchor-Imitationen aufgepäppelte "Morning Light" hingegen harmloser, als es gemeint sein kann. Dass man mit dieser Platte trotzdem glücklich werden kann, liegt an der fantasievollen Instrumentierung, die niemals zum Selbstzweck wird, und Luzias Beobachtungsgabe. Sie könnte wohl einer Kaffeemaschine beim Kochen zugucken -  und danach dann einen klugen Text  darüber schreiben. daniel gerhard

    ox fanzine (11/2007)
    Das Problem aller deutschen (beziehungsweise österreichischen) Muttersprachler ist, dass Englisch noch immer - auch nach TOCOTRONIC und TOMTE - die vorherrschende Sprache in der Musik ist. Vielleicht ist es gerade die sprachliche Distanz zu den eigenen Texten, die SängerInnen dazu bringt, auf Englisch zu singen. Doch statt ihre Intonation des Englischen dann ebenso zu üben wie ihre Gesangsfähigkeiten, wird mit billigem Schulenglisch einfach drauf los gesungen. Auch Clara Luzia macht diesen Fehler. Und trotz der catchy Upbeat-Songs, ihrer eigenständigen Ideen und schönen Songstrukturen bleibt man unentwegt an diesem starken Akzent hängen, der den Rest ihrer Songgebilde in den Hintergrund drängt, bis die seltsame Aussprache alles andere überschattet. Julia Gudzent

    x-mist (11/2007)
    Debut-album by singer/songwriter from Vienna/Austria. 12 songs (44 minutes), in between Neo-Folk and melancholic, softly fragile Indie-Pop. At times reduced and almost acoustically only, then again other songs with orchestral arrangements. For fans of PJ Harvey, Shannon Wright, etc... and in this style, this is a pretty amazingly good and beautiful album! armin

    aponaut.org (11/2007)
    Dass der Labelname Programm wäre, lässt sich wirklich nicht behaupten. CLARA LUZIA und Freunde haben mit „The long memory“ eine bedächtige, jedoch nicht nur melancholische, sehr sehr hübsche Songwriter-Platte aufgenommen. Die Instrumentierung ist dabei vielfältig ( Banjo, Akkordeon, Cello...), aber zurückhaltend, was den sanften Songs zu Gute kommt, und Claras Stimme ist, das kann man nicht anders sagen, bezaubernd. An einem Herbstabend wie diesem, bei gedämpftem Licht und Zigaretten, hätte ich es kaum besser treffen können. Leider liegen noch mehr CDs auf meinem Schreibtisch und ich fürchte gleich kommt wieder Punk-Rock...
    Einen Besuch wert ist ihre Homepage, deren Linkliste aufgeteilt in Politics, Bands und Labels Aufschlussreiches zum Beispiel zum Thema Gender-Terror bietet und unter anderem auch die Songtexte liefert.
    P.S. Gibt´s das gute Stück auch auf Vinyl?

    flight13 (10/2007)
    Zwischen pur-reduziertem Singer-/Songwriter-Stuff und mit diversen Instumenten aufgepepptem Neofolk, angelehnt an amerikanische Vorbilder. Luzia´s Name wird aufgrund ihres textlichen Protestpotentials sogar im Rriot Girl-Kontextrezipiert, obwohl ihre 2. Scheibe musikalisch eher an die extravaganten Damen des US-Folk erinnert. Die Österreicherin behält bei ihren Songs trotz Facettenreichtum und kammermusikalischen Querverweisen immer den Popsong im Auge, verliert sich nie in introvertierten Songs, sondern glänzt mit eigener Extravaganz und immer wieder Aufgriff von jazzigen Passagen oder Kombinationen aus elektronischen beats und Streichern. Sehr schön!

    broken silence (10/2007)
    in Anlehnung an die amerikanische Neofolk- und Singer / Songwriter-Bewegung bewegt sich CLARA LUZIA zwischen den Polen Protestsong und introvertierten Emotionen. Die 12 Songs auf “The Long Memory“ zeigen große Bandbreite –
    im einen Moment stehen nur die Vocals, teilweise auf mehreren Spuren, alleine im Vordergrund. Dann wieder Gitarre, Schlagzeug, Keyboards, elektronische Mosaikdetails, jazzige Bläserpassagen. Das Ergebnis, zwischen facettenreichem Indie und folkigem Song angesiedelt, klingt niemals überfrachtet und entfaltet einen magischen Reiz. In Österreich stellt CLARA LUZIA bereits ein Aushängeschild einer feministischen Bewegung dar und wird zum Teil sogar im Riot-Grrrl Kontext rezipiert. Dem gegenüber steht ihre meist Ich-bezogene Perspektive und die enorme Konzentration auf musikalische Finesse.

    sellfish (09/2007)
    Musik zum "beim Zugfahren aus dem Fenster gucken": Wären diese Begrifflichkeiten doch nicht längst schon ausgelutscht... Abseits ihres sonst üblichen Betätigungsfeldes haben Unterm Durchschnitt Records nämlich ein "echtes Kleinod" aufgetan.
    Doch Vorsicht: Die Musik von Clara Luzia braucht Raum. Und schafft sich diesen zwischen der Eigenwilligkeit einer PJ Harvey sowie der bescheidenen Schüchternheit diverser Singer-Songwriterinnen. Im Grenzgebiet dieser Kontraste entfaltet sich der besondere Zauber einer Musik, die bei genauerem Zuhören einiges an Arrangements entdecken lässt. Und gleichzeitig durch eine spröde Anmut glänzt, welche wohl der vereinnahmenden Stimme der Sängerin zu verdanken ist. Wenn in "Morning Light" zu beschwingtem Rhythmus ein ungleicher Chor den Refrain in Endlosschleife wiederholt, reißt das schon ziemlich zu Beginn der Platte (welche digital übrigens in schönem Digipak erscheint) aus den Bedenken, es hier mit "...einer weiteren Singer-Songwriterin" zu tun zu haben. Interessant auch, wie differenziert der Band-Kontext gebraucht wird. Im einen Moment stehen nur die Vocals, teilweise auf mehrere Spuren gelegt, alleine im Vordergrund - und ziehen den Hörer in den Bann. Dann wieder: Gitarre, Schlagzeug, Keyboards, elektronische Kleinstfrickeleien, jazzige Bläserpassagen... Dass das Ergebnis niemals überfrachtet klingt, niemals in schmalzigen Bombast abdriftet, mag ein offensichtlicher Höhepunkt des Albums sein. Wirklich hingerissen bin ich aber von den Songs: Sie strahlen eine Magie aus, welcher ich mir neben meiner Leidenschaft zu Tori Amos und Lucinda Williams schlichtweg nicht entziehen kann. Gemeinsam mit Son Of A Velvet Rat wird Clara Luzia damit zur Entdeckung des Jahres aus unserer österreichischen Nachbarschaft. michael streitberger

    getaddicted.org (09/2007)
    Wenn der kleine Prinz bei seiner Reise durch das Universum einen Walkman dabei gehabt hätte, „The Long Memory“ von Clara Luzia wäre im Vorfeld mit Sicherheit in die engere Auswahl zum Bespielen des Tapes gekommen. Dabei taugt das Album eigentlich noch viel mehr für die kleinen Pausen zwischendurch, wenn die Milchschnitte wieder mal vergriffen ist. Feinste Popmusik zum im Gras liegen, bei Regen am Fenster sitzen, oder die Badewanne mit den Tränen der letzten gescheiterten Beziehung zum überlaufen bringen. Die großen Momente erlebt „The Long Memory“, wenn Sängerin Clara und ihre Mitstreiter von minimalistischen Pfaden abweichen und die Zügel leicht anziehen. „Harvest Moon“ und „Morning Light“ besitzen solche Momente. An anderen Stellen wie bei „Gladly Away“ droht das ganze Abenteuer dann etwas im Sande zu verlaufen. Das zerbrechliche „One Too Many“ erscheint fast schon einen Tick zu brav. Insgesamt ein Dutzend Titel, bei denen sich Clara Luzia alle Zeit der Welt lassen und schließlich auf der Zielgerade mit „No Offense“, sowie „Glad It´s Over noch zwei weitere Glanzlichter als Soundtrack für helle und dunkle Momente setzen. michael blatt

    profil (05/2007)
    Vor knapp einem Jahr gab Clara Luzia mit ihrem Debütalbum „Railroad Tracks“ ein Versprechen ab. Es lautete: Intelligente Gefühlsmusik ist möglich. Nun löst die Wiener Songwriterin das Ehrenwort endgültig ein. Mit „The Long Memory“ gelingt ihr nicht weniger als das traurig-schönste Album dieses Frühjahrs. Sparsam instrumentiert, meist nur von (hauchzart entrückter) Stimme und (gestreichelt-gezupfter) Gitarre getragen, bestellt es das weite, nur allzu oft vernachlässigte Feld zwischen Folk und Indiepop, das etwa auch Feist zuletzt so fruchtbar beackerte. Doch während die Kanadierin sich dabei zusehends in Richtung moderner Lagerfeuermusik bewegt, entwickelt Clara Luzia einen Soundtrack für die unwirklichen Minuten zwischen Heimkommen und Sonnenaufgang – keine ganz klischeefreie Zeitzone, die hier aber ohne hohles Pathos besungen wird, selbst wenn hie und da von einsam kreisenden Möwen und akkordeonspielenden Seeleuten die Rede sein mag. Aber das sind lässliche Sünden, denn eigentlich singt Clara Luzia dabei über sich selbst, ihre Gefühle und ihren Willen, den Zauber in den Alltag hinüberzuretten – und über ihren Glauben, dass dies mit Musik gelingen kann. „The Long Memory“ macht es einem leicht, ihr darin zuzustimmen.

    kurier freizeit (05/2007)
    Clara Luzia mit ihrer CD The Long Memory. Zarte Pop-Perlen, voll überraschender Details. 12 Songs, einer besser als der andere. Narrow Margin etwa und Gladly Away bringen mich so was von ins Schwärmen. Das tut auch Mika Vember, die vielleicht klasseste Singer/Songwriterin die's derzeit gibt, 'tschuldigung, Frau Feist. Was für eine unprätentiös schöne Stimme, was für Songs! Sub Aqua zum Beispiel, eines der wunderbarsten Stücke Musik, die ich je gehört habe, zerbrechlich, melancholisch ohen wehleidig zu sein, und eine Melodie - ich sag's euch. Dass sie und ihre Band es auch rumpeln lassen können, zeigt Mika gleich drauf mit dem herrlichen bissigen Lovers. 13 Nummern, 13 mal reines Glück für jeden Musikfreund. Alles auf ihrer CD Now or Now. Göttlich gut.

    ORF ( fm4 prime cuts, 05/2007)
    Für meine nächste Reise ist mir nahe gelegt worden, 'Austrian music' einzupacken: Wie meinen, hab ich gefragt, in größter Angst mein fremdes Gegenüber könnte mehr über André Heller oder Kurt Ostbahn oder Georg Danzer wissen als ich - was bei meiner Austropop-Wissenslücke nicht einmal schwer ist. 'Well, whatever - just interesting music by austrian musicians!'Dann fällt die Auswahl natürlich leichter: Zwei meiner derzeitigen Heavy Rotation-Bands haben letzte Woche das Donaufestival bespielt und der dritten Band, der dritten Künstlerin habe ich auf dem Weg von der Kremser Messehalle zur Minoritenkirche über Kopfhörer gelauscht. Wie sie mich erinnert hat: 'We held hands and cried until the morning light!“ Comfort and sorrow:
    Ein Jahr nach Erscheinen ihres Debüt-Albums 'Railroad Tracks' sitzt mir Clara Luzia wieder im Studio gegenüber und wir unterhalten uns über das Nachfolgewerk. Viel hat sich getan: Konzerte. Supportshows für Bands wie The Frames oder Badly Drawn Boy. Vorband für Washington im Chelsea, bevor sie ein paar Wochen drauf im B72 ihre eigene Labelparty schmeißt. Das viele Konzertspielen habe sich natürlich auf die Band ausgewirkt. Denn das was als Soloprojekt begonnen wurde, ist ausgewuchert zu einer eingespielten mehrköpfigen Bandcrew, in der jeder seine Rolle trägt. Wenn 'Railroad Tracks' noch die leichtfüßige Raupe eines Albums war, so ist das Nachfolgewerk ein Schmetterling von Album. Pleasure and joy: Clara Luzia freut sich im Interview, dass ihre Musik z.B. vom Falter auf den Punkt gebracht wurde: 'Musik für Menschen, die reinen Herzens aber trotzdem nicht naiv sind!' schreibt Gerhard Stöger in einer Ausgabe, in der Clara als 'Zirkusdirektorin' mit ihrer Band am Programmcover abgelichtet ist. Und ich muss an dunkel leuchtende Militärherzen denken, die sich ob ihrer Stärke nicht mit 'The Long Memory' messen müssen, aber auf ihrer Pathos-Leiter ganz schön blass aussehen neben einem auch bodenständigen Werk, das vielleicht eine ähnliche Lebens- und Liebesnot verarbeitet, aber diese nie aufdringlich werden lässt. Distanzen können auch nahegehen und verstanden werden. Platz zum Atmen gibt es beim Hören von 'The Long Memory' zu Genüge und das mehr als die drei Sekunden Stille zwischen diesen 12 Songs.  Von 'Tidal' bis 'Glad it's over' :
    Songs sind für die Sängerin Clara Luzia Momentaufnahmen, akustische Spuren von (Er-)Lebensstationen. Der Eröffnungssong 'Tidal' ist die erste Station, an der das Tempo in Drama gerechnet, für das ganze Album festgelegt wird: 'Nevermind the destination. Gone is gone. No matter where!'
    'I don't mind being lost, cos I'm not very hard to find!' geht es weiter im Song 'Homedrinking' und beim letzten Stück wird nochmal Traurigkeit mit Hoffnung untergraben: 'Make my heart stop, take a deep breath and start again', heißt es da mit elektrisch schleichendem Gitarrenbewusstsein.
    Das mit dem Erinnern ist so eine Sache von (Mit)Teilen Können. So wie alte Fotos manchmal bewusst versteckt werden, Tagebücherseiten mit reißender Sicherheit zensuriert, E-Mails gelöscht und Gedanken verdrängt werden, sie kommen alle irgendwann hoch, da kann man gleich ein Album darüber schreiben, zu seinem Schicksal stehen und zur nächsten Station weiterziehen. Mit 'The Long Memory' ist eine Fahrscheinkontrolle ausgeschlossen. Auf weitere Freifahrten mit Clara Luzias Musik bin ich höchst gespannt. Und was die ausländischen Fremden davon halten werden, darüber dann ein anderes Mal.

    Now! (05/2007)
    Erbaulicher gestaltet sich das zweite Album der Singer/Songwriterin Clara Luzia. Nur ein Jahr nach dem Überraschungsdebüt Railroad Tracks, das 2006 zu den besten Platten aus Österreich zählte, legt die Wienerin mit The Long Memory (Asinella / Hoanzl) neue Beweise für ihr Vermögen vor, höchst einprägsame Songs zu schreiben - sie scheinen nur so aus ihr raus zu fließen - und diese zusammen mit ihrer Band auch entsprechend zu interpretieren. Hier finden ganz selbstverständlich Lebensfreude und Traurigkeit, Leichtigkeit und Melancholie, Dynamik und Sanftheit zueinander. Großes Gefühlskino, das ich momentan jedem neuen Song von Feist vorziehe.

    volume TV (05/2007)
    Erinnerungen und Sehnsüchte offenbaren sich gleich beim Aufschlagen des CD-Booklets: Schnappschüsse, Textnotitzen, Eintrittskarten, Kaffeeflecken und Illustrationen, die fast als Kommentare von Außen fungieren. Damit ist auch schon das Programm vorgegeben: Wehmut und Selbstironie paaren sich hier in zwölf Memorabilien von luftig-leicht bis kehlenschnürend.
    Clara Luzia und ihre Mitmusiker klatschen auf „The long memory“ immer wieder in die Hände, als solle der Rhythmus den Antrieb in der tiefsten Traurigkeit finden und sagen: „Kopf hoch jetzt - die Sonne scheint!“. Doch wenn die Sechs ganz ehrlich sein dürfen und sich der Blick nach Vorne nur mit viel Selbstüberwindung aufbaut, erstarren wir in großen Balladen wie „Glad it's over“ oder dem schönen „Chelsea“, wo das Vermissen auch einmal wieder zelebriert werden darf. Die sanft-brüchige Stimme von Clara Luzia selbst ist genau das richtige Transportmittel für die Stimmungen der zwölf Tracks, die manchmal fast ein bisschen zu rasch zum Punkt kommen, und mitunter durch ein jähes Ende verblüffen, wo man vielleicht schon noch eine Strophe erwartet hätte – dadurch ist das ganze Album leider auch bereits nach einer knappen Dreiviertelstunde durchgehört, was dem Titel wiederum ein leichtes Augenzwinkern verleiht.

    Insgesamt hat Clara Luzia mit ihrem neuen Album natürlich einmal mehr verdient, in Erinnerung behalten zu werden! (8 von 10 Langzeitgedächtnissen)

    soundcafé blog (04/2007)
    Finally, I hold the CD in my hands and as promised here is a review . First off, the design that they had on their first album, Clara Luzia kept on their second one too. And I don't know the artist, but I like her/his paintings. The whole website is full of her/his drawings. Have a look. But we're here for the music, so let's get started.
    The new album needed a second listen to captivate me. I'm really into it now. I even like the studio-sound of it. I didn't think I would, especially with the songs I know from live performances, but apart from sounding a little too sterile, too studio, they are really good. And it's not easy being a good life performing band and a good recording band at the same time. Morning light is one of the best songs on the album and they also have a video for it, as posted earlier. But I prefer No Offense over it, because it's darker or at least more obvious about it. In general, this album is a little darker than the first, but in a very good way, it's intriguing. Or the essentially dark “gladly away”. It kind of makes you feel uncomfortable in your own skin with its electronic sound. Very Bjork, in a way.The whole album has this certain dual quality. It's superficial enough to enjoy it on the go, doing the homework, household chores and the like but has the quality and depth to be listened to with intensity and care. It's an all mood album. But…and I'm sorry there's always a but, the whole album is a little too on beat. I wish they'd experiment a little more with the rhythms they offer cuz there's a lot more than that on beat-off beat scheme. It's more difficult though to step out of the known frame, be daring and then be good at it.The album can fuel your longing to travel and go away, it can lift you up and let you wallow in your pain, it can make you dance and jump with joy. But one thing is sure, there'll be one line of one song that you will not get out of your head again, no matter what. So, I'm stuck with “and the walls are getting higher, and we pass the hatred on”. Thank you Clara Luzia , my ipod is useless now.

    pop-info.at (04/2007)
    Bereits ein Jahr nach dem Erstling bietet Clara Luzia schon wieder neues. Die junge bezaubernde Songwriterin mit sehr viel Herz und Leidenschaft für intensive Momente schließt nahtlos an ihren Debütsongs an. Mit finanzieller Hilfe durch den Österreichischen Musikfonds und der feinen musikalischen Klinge ihres Produzenten Alexander Nefzger sind zeitlose und sehr gefühlvolle Songs entstanden. Dieser Alexander Nefzger entwickelt sich immer mehr zu dem Produzenten für das gediegene akustische Songwriter-Arrangement in Österreich - sparsam aber doch abwechslungsreich - garniert mit interessanten Piano-Impulsen. Das gezeichnete Artwork, diesmal in Farbe, ergänzt perfekt das stimmungsvolle Gesamtbild.

     

    r e v i e w s "railroad tracks" (2006, CD) clara luzia, the long memory, CD, folk, singer songwriter

    persona non grata (08/2008)

    Einmal am Telefon erzählte mir Andreas von Unterm Durchschnitt, dass er an sich mit diesem ganzen Singer/Songwriter-Kram nichts anfangen könne, wahrscheinlich noch nie konnte, weil er musikalisch in einer ganz anderen Ecke sozialisiert worden war – aber mit Clara Luzia ein Gegenbeispiel gefunden hätte.

    Inwiefern freundschaftliche Bande zu dieser Entscheidungsfindung beigetragen haben, kann ich nicht beurteilen; Fakt ist aber, dass dieser Clara Luzia aus Wien eine wie auch immer geartete Überzeugungskraft innewohnen muss, um eine Konversion oder zumindest eine Art Horizonterweiterung bewirken zu können, an der Hunderte andere schon gescheitert sind. Und genauso etwas brauchte ich jetzt, überfüttert wie ich war mit klischeebeladenen Gitarrenluftikussen, die ihre Befindlichkeiten unter dem Deckmantel des niedlichen Mädchenpops oder des angerauten, vom schweren Leben im Wohnwagen gekennzeichneten Folk in die Menge warfen – und es letztendlich doch alles irgendwie gleich klang.

    Jetzt erkenne ich, dass ich Clara Luzia dringend gebraucht habe, um den Glauben an das Genre Singer/Songwriter, wenn man es überhaupt als ein solches bezeichnen kann, nicht zu verlieren. Denn als ich “It’s So Damn Loud In Here” höre, denke ich an das Gespräch mit Andreas, und ich kann ihn verstehen. Genauso wie ich Clara Luzia verstehe oder sie mich auf irgendeiner komischen Metaebene versteht und wir alle, zumindest was diese Platte betrifft, Geschwister im Geiste sind. (Ja ich weiß, das klingt sehr hippiemäßig.) Clara Luzias glasklare Stimme ist so betörend, dass es fast schon egal ist, was sie da eigentlich singt; dass das dann aber auch noch fast kitschfrei geschrieben ist und vorgetragen wird, ist vermutlich der ausschlaggebende Punkt dafür, dass sie mir meinen Glauben zurückgeben kann. “It’s So Damn Loud In Here” erweckt einfach den Eindruck, dass es nicht aus Egomanie heraus entstanden ist und leichtfertig vor die Füße des Publikums gerotzt wird, sondern etwas mehr dahinter steckt. Etwas, das man – oder ich – nicht in Worte fassen kann; es lässt sich nur durch das Hören erschließen, und das empfehle ich jedem, der sich möglicherweise gerade in der eingangs beschriebenen Situationen befindet und einen in diesem Falle weiblichen Ritter in scheinendem Gewand braucht.

    Clara Luzia kann das, was ich schon lange nicht mehr erlebt habe: Sie kann auf die subtilste aller Arten an jener Stelle treffen, die man manchmal für verloren hält. Und auf die Gefahr hin, jetzt ein, zwei Euro in die Floskelkasse geben zu müssen, sei gesagt: Jedes einzelne Stück auf “It’s So Damn Loud In Here” ist eine gottverdammte Perle.

    Das angezeigte Cover ist mit “Railroad Tracks” betitelt - so heißt das Album auf Clara Luzias österreichischem Label Asinella. Die Illustration der deutschen Version ist die gleiche. (jana)

    rote raupe (08/2008)
    Österreich war in letzter Zeit für einige positive musikalische Überraschungen gut - man denke dabei nur an Ja, Panik!, Gustav oder Francis International Airport. Und eben an Clara Luzia. Deren aktuelles, zweites Album "The Long Memory" begeisterte so sehr, dass ihr 2006 erschienenes Debüt "Railroad Tracks" nun endlich auch in Deutschland ganz offiziell veröffentlicht wird. Zu Recht, denn "Railroad Tracks" ist eine großartige Platte, die es verdient, gehört zu werden.

    Obwohl die meisten der Songs des Albums sehr zurückhaltend, ruhig und zerbrechlich wirken, gerät Clara Luzia zu keinem Zeitpunkt auf die langweilige "Frau-singt-traurige-Lieder-und-spielt-dazu-Gitarre"-Schiene. Dafür ist Clara Luzia einfach zu schlau oder zu talentiert oder wahrscheinlich beides. Eine herausragende Songwriterin eben, wie man sie hierzulande vergeblich sucht. Vom intimen Opener "My Body Is A Diary" an baut die Österreicherin, begleitet von ihrer großartigen Band, einen Spannungsbogen auf, der die gesamte Platte über aufrecht erhalten wird. Neben den vielen sehnsuchtsvollen, dank Cello und Akkordeon gelegentlich chansonhaften Stücken wie "Something" ("And in the end / it´s just me and I can choose a melody / that I can hum all day / while you´re away") sind Songs wie das grandiose "Quiet" mit seinem mehrstimmigen Refrain und "Lucky Gal" mit seinen fröhlichen Streichern und dem fast schon bitteren Text ("Look what a lucky gal I am / the only thing I have to fight / is homophobia / racism and sexism") beinahe überschwänglich.

    Anfang des kommenden Jahres erscheint bereits das dritte Album von Clara Luzia. Bis dahin kann man sich mit "Railroad Tracks" die Wartezeit verkürzen. Oder man hört sich noch einmal "The Long Memory" an. Oder die ebenfalls jüngst erschienene EP "The String...and then some". Ach, so viel schöne Musik! (Christoph)

    volume TV (01/2007)
    Doch Clara Luzia sollen nicht nur als musikalische Unterstützung anderer fungieren, und so könnt Ihr sie diesen Monat noch zu einigen Gelegenheiten um ihrer Selbst willen sehen. Nachdem Ihr nun das Konzert im Shelter am letzten Donnerstag schon versäumt habt, bieten sich als nächste Termine an: 08.02.2007 im Posthof Linz oder 18.02.2007 beim Benefiz für die Deserteurs- und Flüchtlingsberatung.

    Daß nämlich Clara Luzia nicht unpolitisch die Hände in der Tasche behält, wird schon auf ihrer Debut-CD „Railroad Tracks“ klar, die letztes Jahr auf ihrem selbstgegründeten Label Asinella Records erschienen ist. Ihre gänsehautschönen Indie-Gitarren-Pop-Songs geben ganz persönliche Befindlichkeiten ebenso eindringlich wieder wie bewusstmachende Bildsprache. Dabei findet sie mit ihrer sanft-fragilen Stimme stets den richtigen Ton für Melodien, die Heather Nova seit über zehn Jahren nicht mehr so hinbekommt, und welche durch die vielschichtigen Arrangements von Bandmitglied Alexander Nefzger noch weitere Aufwertung erfahren. Auf Clara Luzias liebevoll gestalteter Homepage www.claraluzia.com könnt Ihr da getrost mal reinhören – die nächste Scheibe soll dann am 19. April erscheinen und sogleich im b72 vorgestellt werden. Wir sind schon sehr gespannt!

    kulturwoche.at (12/2006)
    Doch danach ist sofort wieder Schluss mit Lustig und „Railroad Tracks“, das Debütalbum der jungen Songwriterin aus Wien, bleibt musikalisch eher schwerfällig und in all seinen lobenswerten Bemühungen irgendwo stecken. Stilistisch ein wenig an den aktuellen „New Folk“-Trend (Devendra Bernhart, Joanna Newsome) angelehnt, bleibt „Railroad Tracks“ doch um einiges hinter den Originalen zurück. Obwohl die Sängerin ihren Vorbildern auch insofern gerecht wird, dass die meisten Texte, die Sie mit Ihrer brüchigen Stimme vorträgt, einen starken melancholischen Unterton haben, fehlt musikalisch einfach das gewisse Etwas. Traurig sein ist schon okay, aber wenn schon, dann bitte mit ansprechender musikalischer Untermalung. Eine klagende Stimme alleine, die sich mit allerlei netten Instrumenten wie Akkordeon, Ukulele oder Glockenspiel umgibt, ist zuwenig. Auch Liz Phair hat sich z.B. auf Ihrem Debüt „Exile In Guyville“ (1993) ausgiebig in ihrem Leid gebadet, dazwischen gab es aber auch knackige Songs mit einer gehörigen Portion Groove. Genau das fehlt mir auf „Railroad Tracks“. Zumal auch die Produktion nicht wirklich zu überzeugen vermag. Lo-Fi Recording? Nichts dagegen zu sagen, aber dieses Album klingt manchmal doch zu sehr nach einer fröhlichen Wohnzimmer-Session von Freunden, als nach einem ausgereiften Studio-Produkt. Vielleicht hat die neue Band von Clara Luzia live ja mehr Power, ihr Studio-Debüt jedoch haut mich nicht vom Hocker. (Robert Fischer)

    church of girl (10/2006)
    Clara Luzia is a former collaborator of Alalie Lilt. Clara reincarnated her solo project in the pursuit of new creative endeavors. On her release Railroad Tracks , Clara produces mellow atmospheric folk songs with a large range of organic instrumentation provided by additional musicians. The menagerie includes piano, percussion, accordion, glockenspiel, cello, banjos, horns, organs and even the occasional washboard. Her words are composed of thoughtful soul comparisons and interpersonal journeys through poetry.
    Clara balances her tales with a ‘personal is political' mentality and strikes with phrases like “Look what a lucky gal I am / the only thing I have to fight is homophobia, racism and sexism / Look what a lucky gal I am / I can choose between their tolerance and their abuse”. Her voice is the element which carries her songs into the endearing realm of attractive imperfection adding to the emotive heaviness of her words.

    pride (10/2006)
    Was kann man über eine CD sagen, die eine unbeschreibliche Musik hat? Nicht viel. Doch die vielen schwermütigen Menschen, die gerne in eine melancholische Stimmung verfallen, wenn die Blätter fallen (= leichte Herbstdepression) haben jetzt wohl den geeigneten Soundtrack für diese Stimmung gefunden!
    Die Rede ist von Clara Luzia, eine Formation junger, talentierter MusikerInnen um die 28jährige Clara Humpel, die als Leadsängerin mit ihrer klaren, nachdenklichen Stimme, ihren Gitarrekünsten und ihrem unglaublichen Talent Lieder zu schreiben, die einen packen und nicht mehr loslassen, mehrere PassantInnen freitags auf der Mariahilferstraße zum Staunen gebracht hat.
    Denn so etwas sieht man nicht alle Tag auf der FußgängerInnenzone: die bereits erwähnte Gitarristin und Sängerin gab, nebst einer Cellistin (Heidi Dokalik), einer jungen Backgroundsängerin an den Percussions (Mika Vember), sowie einem Pianisten und Akkordeonspieler („Nefzger, Vorname Alexander) und einer jungen Schlagzeugerin (Ines) ein großartiges Konzert mit bittersüßem Nachgeschmack, süß, weil man sich nachher fühlte, als hätte man gerade einen wunderschönen Tagtraum erlebt... bitter, weil alles, was so schön ist, von umso kürzerer Dauer ist. Zumindest gefühlsmäßig.
    Daher die gute Nachricht für viele ZuhörerInnen oder PasantInnen, die nicht mehr weitergehen konnten: Es gibt eine CD, „Railroad Tracks“, 15 Lieder stark, und diese ist von überraschender Vielseitigkeit. Denn spätestens beim Lied „Fine“, das im Reggae-Takt erklingt, ist man von der überraschenden Vielseitigkeit dieser Band überzeugt! Wer jetzt allerdings wissen möchte, welche Musikrichtung das nun genau ist, muss ich enttäuschen.... iTunes behauptet, es sei „Alternative & Punk“, dem kann ich nicht zustimmen. Jedoch stellte ich zuletzt des Öfteren fest: Je definierbarer die Musikrichtung einer Band, einer CD oder einer Sängerin ist, desto gewöhnlicher ist auch die Musik, die sie machen...

    falter (27/06, 07/2006)
    Begleitet von einer fixen dreiköpfigen Band und zusätzlich unterstützt von einer Reihe an Gastmusikerinnen und -musikern errichtet die Wiener Singer/Songwriterin Clara Luzia in den 14 Songs ihres bemerkenswerten Debüts eine ruhig-stimmungsvolle Welt aus Indie- und Heimwerkerinnenpop. Gesanglich dient die isländische Popavantgardistin Björk ebenso als Orientierungshilfe wie die amerikanische Indietragödin Cat Power, wobei Luzia nie kopiert, sondern zwischen diesen ungleichen Polen vielmehr eine überzeugende eigene Stimme findet. Einzelne Arrangements sind etwas bieder, angesichts gleich mehrerer Glanzlichter und eines überzeugenden Gesamteindrucks stört das aber kaum. Musik für Menschen, die reinen Herzens und trotzdem nicht naiv sind.

    the gap (06/2006)
    Eine bescheidene und recht schüchterne Künstlerin präsentiert ihre Liedersammlung erstmals auf Tonträger. Ihr Drang, Musik zu machen und die Freude am Texten spiegelt sich im Album wider: feine Gitarrenklänge und eine zarte Stimme. Die Rechnung ist ganz einfach: Wer 100%ige Gitarrensongs mag, dem wird's auch gefallen und umgekehrt Jürgen Hirschmann

    infused (06/2007)
    'Fine' has a very summery, laid back atmosphere created by the various acoustic instruments backing up the vocals.  It is the vocals that hit you the most as Clara has a very distinctive sound and cannot be pigeon holed as sounding like anyone else really.  Her vocals are strong and give the song its power. Everything is absolutely exquisite about her sound. 'Heart Attack' has a simple, yet beautiful construction.  Acoustic guitar and piano create the main backdrop to the chilling vocals.  Clara really wears her heart on her sleeve with this number and you can hear the emotions coming through in the words.  Its a melancholic song, yet is something most people can relate too. Piano leads, guitar accompanies, drums join in, followed by the vocals in 'Quiet'.  Its like carefully unwrapping a package.  This song is a real builder, with a faster pace; it gets stronger as it goes.  Cello is introduced and goes wonderfully well with the tonality of Claras voice.  The sound is more emphatic and dramatic than the first two numbers. 'My Body is a Diary' sees the sound returning to a more naked, simple state.  Again there is plenty of emotion to the sound, which is basically a guitar alongside Clara's haunting vocals.  The song is about keeping things locked up inside, the sort of things most people would vent about in a diary.  There is a certain power to the song again mainly being provided by the vocals. I absolutely love these tunes; theyre mellow, laid back and beautiful. Clara has such a voice and the sound is different from whats out there to listen to at the moment! I would definitely buy an album to hear more tracks! I love when you get songs that sound different but its even better when the one singing them has such a beautifully unique voice to sing them to you!!

    bant #21 (05/2006)
    Albümün en önemli sürprizi ise kapaginda ve kapak içinde Sadi Güran illüstrasyonlarinin olmasi. Sesini ara ara Cat Power'a ve biraz CocoRosie'ye benzetebilirsiniz ancak tam benzetmisken bir anda ‘hayir, daha farkli' diyebiliyorsunuz. Kimi zaman Cardigans-vari bir pop melodiye dönüsen parçalar çok nahif geçislerle yerini bir yol müzigine birakiyor. Bu noktada da onu birilerine benzetmeye çalismaktan vazgeçiyorsunuz. Oldukça dingin ilerleyen ve kulaklikla dinlenmesi tavsiye edilen albüm besinci parça olan “Fine”dan itibaren biraz fazla hüzünlü olmaya basliyor. Isminden de anlasilacagi üzere tam bir yol albümü. 15 parçadan olusan “Railroad Tracks”in 14. parçasinin ismi de “Kedi”. Ve evet kedi kelimesini Türkçe'den duyup çok begenmesi sonucu kendi kedisinin miriltisi ile baslayan bu parçayi yapmaya karar vermis. Albüme ulasmak belki biraz zor olabilir. Ancak www.claraluzia.com adresinden albümün bir kismini dinleyebilir, kendi kararinizi verebilirsiniz.

    pop-info.at (04/2006)
    Clara Luzia ist eine besonders feinfühlige Songwriterin, was sich in Stimme, Texten und Musik widerspiegelt. Eine Person, bei der 100%ig die Freude am Liederschreiben vor dem Drang berühmt zu werden steht. Dieses  Gefühl kommt beim Anhören des Albums ziemlich stark rüber. Produziert wurde von Alexander Nefzger, der in letzter Zeit immer häufiger und äußerst positiv auffällt. ( Gelbmann ,Kempf ) Mein erster Berührungspunkt mit dieser Künstlerin ergab sich durch das gediegene Design ihrer Website, die als Gesamtbild extrem stimmungsvoll rüberkommt. Schade, dass dies beim Album-Artwork nicht so deutlich wird, weil es leider kein Digipack ist. Alle Freunde des klassischen Songwritings werden aber an diesem Album ihre Freude haben.

     




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